5973597_mlHier einige der Fragen, welche mir während meiner Beratungsgespräche am Telefon sehr häufig gestellt wurden – und meine Antworten darauf:

Warum scheine ich vorher so wenig über konkreten Übungen erfahren zu können?

Alle, die einen Workshop besuchen wollen, haben ein Recht darauf zu erfahren, was ganz konkret dort auf sie zukommt. Wer wissen will, was genau in einem Level 1 Workshop stattfindet, der ruft entweder im Büro an oder besucht einen HAI Mini Schnupper-Workshop.

Warum sollte ich denn überhaupt so einen HAI Workshop machen? Brauche ich sowas?
Nein, keiner braucht Selbsterfahrungs-Workshops. Man kann sein Leben absolut wunderbar glücklich und zufrieden leben, ohne jemals so etwas gemacht zu haben.
Und man sollte auch keinem „Du solltest mal…“ folgen, ausser dem eignen – wenn man ganz klar spürt, dass man das dringende Bedürfnis nach Wachstum, mehr Selbsterkenntnis und Veränderung hat. Oder einfach nach mehr Freude und Liebe im eigenen Leben. Es ist also nicht nur der Mangel, welcher die Motivation darstellt für eine Anmeldung zu einem Selbsterfahrungs-Workshop, sondern oft auch die pure Freude an der eigenen Entwicklung, der Gedanke sich selber etwas Gutes zu tun und der Wunsch, Menschen mit ähnlichen Vorstellungen zu treffen.

Was ist denn der Unterschied zwischen Selbsterfahrung und Therapie?
Eine Therapie ist etwas, was man unbedingt machen sollte, wenn man seine Probleme nicht alleine lösen kann und feststeckt – und dies ist erst einmal gar nichts Schlimmes oder „Unnormales“, sondern eine Therapie zu machen ist dann eher sehr schlau. Es gibt Probleme oder Traumata, die wir alleine nicht auflösen können, bei denen es sehr sinnvoll ist, sich die Hilfe von Experten zu holen, welche sich speziell mit diesen Problematiken auskennen, z.B. Sucht, Missbrauch, Depression, Burn Out, Paar- oder Sexualtherapie und vieles andere mehr. Dort wird mit den entsprechenden Methoden der jeweiligen Ansätze meist in Einzelsitzungen intensiv an einer Lösung gearbeitet. Es gibt meist eine Diagnose, ein klares Ziel und einen begleiteten Weg dorthin.

Selbsterfahrungs-Workshops im HAI Sinne sind wie eine Zwischenstufe zwischen dem ganz alleine mit seinen Themen ringen und dem Gang zum Experten. Viele unserer persönlichen Problematiken oder Themen sind ganz „normal“ und werden mit den meisten Menschen geteilt, auch wenn uns das oft nicht so bewußt ist. Indem ich mich selber und meine Verhaltensmuster besser kennenlerne, neue Strategien ausprobiere und überprüfe, ob sie mir dienen, kann ich selber schon viele meiner persönlichen „Baustellen“ erkennen und angehen, ganz ohne dafür eine Therapie zu brauchen. Wenn ich mich mit anderen Menschen austausche und gegenseitige Unterstützung, Verständnis und Inspiration erfahre, lerne ich nicht nur besser mit mir und meinen Problemen umgehen, sondern auch, dass Einzelkämpfertum weder effizient ist, noch Freude macht. Kommunikation ist das wichtigste Werkzeug für fast alle schwierigen Situationen im Leben, und diese lernt und übt man besser in einer Gruppe als in einer geschützten Therapiesitzung.

Somit sind HAI Workshops oft eine sinnvolle und vielfach bewährte Ergänzung zu jeglicher Form von Therapie. Und eine gute Idee nach Beendigung einer Therapie. Es ist näher am wirklichen Leben und spiegelt uns sehr gut unser echtes Verhalten. Es gibt uns einen geschützen Rahmen, selbstständig neue Verhaltensweisen auszuprobieren oder zu vertiefen. Die Methoden, welche in HAI Workshops benutzt werden, stehen mit keiner der gängigen, anerkannten Therapieformen in einem Konflikt.
Es gibt in der Selbsterfahrung niemanden, der eine Diagnose stellt oder ein festes Therapieziel für einen vor Augen hat – ein jeder geht selbstbestimmt den Weg, den er sich für sich wählt. Nur nicht alleine – sondern gemeinsam, und doch jeder auf seine eigene Art.

Soll ich das machen? Ist ein HAI Workshop was für mich?
Das kann nur jeder für sich allein entscheiden. Manche hören von den Workshops und spüren sofort „DAS ist was für mich – sowas hab ich schon lange gesucht!“. Andere, wie auch ich selber, müssen erst einmal lange damit schwanger gehen, hin und her überlegen und erst wenn sie sich mal wieder so richtig festgefahren haben, kommt der Impuls so einen Workshop mal auszuprobieren. Wenn man aber schon genau weiß, was man sucht, dann kann man auch einfach im HAND ON HEART Büro anrufen und fragen, ob das, was man sich vorgestellt hat, auch so in den Workshops stattfindet. Aber letztendlich sollte vielleicht jeder einfach auf sein Bauchgefühl hören. Das ist oft schlauer als unser Cortex, obwohl der auch nicht zu verachten ist. Nur, wenn der Kopf sagt DU SOLLTEST und der Bauch noch ganz klar NEIN sagt, dann warte vielleicht besser noch etwas ab. An dieser Stelle beginnt der Workshop für Dich bereits: Wie entscheidest du dich…und dient dir das?

Kann mir ein HAI Workshop schaden?
Solange man dazu in der Lage ist, für sich selbstverantwortlich Entscheidungen zu treffen, würden wir sagen: NEIN.
Alle Übungen verstehen sich als Angebote. Die Tatsache, dass man immerzu die Wahl hat, bei allem was man tut, und ganz klar JA und NEIN sagen übt, und man von einem großen Team individuell dabei unterstützt wird zu lernen, wie man jederzeit für sich stimmig bleiben kann; all diese Faktoren machen den Workshop zu einem sehr sicheren Experimentierfeld.
Es geht darum, sich selber besser zu spüren und dadurch eigene Grenzen zu fühlen und achten zu können. Sich selber etwas herauszufordern, wenn man denkt, dass es einem gut tut, und ansonsten erst einmal lernt, zu akzeptieren, dass man richtig und gut genug ist, genau so, wie man im Moment ist. Und, dass es OK ist, dass man fühlt, was man fühlt. HAI arbeitet nicht damit, Menschen zu „pushen“ – jeder Schritt, den wir gehen oder nicht gehen, ist eine bewußte Entscheidung von uns selber für uns selber.
Es kann natürlich sein, dass einige Erkenntnisse, welche wir in den Übungen haben, an Schmerz, und meist auch sehr alten, tiefgreifenden Schmerz rühren können. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dies einem nicht schadet, auch wenn es sich in dem Augenblick nicht gut anfühlen mag, sondern, dass Tränen fließen zu lassen eher heilsam ist.
Auch kann es sein, dass einigen Teilnehmern klar wird, dass bestimmte Problematiken doch größer oder hartnäckiger sind, als es ihnen vorher bewußt war. Oder, dass alte Traumata auf einmal deutlich werden, welche am besten in einer Therapie bearbeitet werden sollten. Sollte dies der Fall sein, dann stehen wir auch nach dem Workshop noch so lange unterstützend zur Seite bis die Teilnehmer einen für sie geeigneten Therapeuten gefunden haben.

Menschen mit psychischen Erkrankungen, in ärztlicher Behandlung oder mit starker Medikamentierung, welche nicht ausreichend eigenverantwortlich handeln können, gehören prinzipiell nicht in einen Selbsterfahrungsworkshop, sondern müssen entsprechend therapeutisch/ärztlich behandelt werden.

Wie erkenne ich, ob das hier vielleicht eine Sekte ist oder nicht?
Bestimmt nicht daran, dass ich hier schreibe HAI ist keine, denn das würde jede Sekte ja auch verneinen (-: Am Anfang hat es mich sehr erstaunt, wenn ich danach gefragt wurde.
Dabei ist es tatsächlich eine sehr wichtige und auch berechtigte Frage, wenn man sich da unsicher ist.
Sekten zu erkennen ist ja meist nicht so leicht, dies ist ja gerade das perfide. Aber dabei kann uns unser Cortex sehr gut behilflich sein! Heutzutage sind solche Informationen glücklicherweise sehr einfach im www zu erhalten. Es gibt zahlreiche offizielle Anlaufstellen der einzelnen Bundesländer und spezielle Vereine, die sehr engagiert und gut beraten und Auskunft geben. Wenn man sich nicht sicher ist, kann man sicherheitshalber dort einfach nachfragen. Es gibt auch ganz klare Checklisten, mit denen man überprüfen kann, ob so ein Verdacht berechtigt ist; fast jede offizielle Beratungstelle hat solche Checklisten online gestellt.

Wenn man einmal einen HAI Workshop besucht hat, dann wird man am Ende sehr sicher sein, nicht in einer Sekte gelandet zu sein. Allein der Grundsatz, dass HAI davon ausgeht, nicht wissen zu können, was gut für die einzelnen Teilnehmer ist, sie aber darin unterstützt, es für sich selber ganz genau herauszufinden und somit jederzeit stimmig zu bleiben, sprechen eine klare Sprache. Ja und Nein sagen zu üben, sich jederzeit der eigenen Wahlmöglichkeiten bewußt zu bleiben und ein gesundes Gefühl für die eigenen Grenzen zu entwickeln, dies sind alles Werkzeuge für Selbstbestimmung. Dies kann man aber vorher natürlich nicht wissen. Man kann aber wachsam sein und hoffentlich seinem eigenen Einschätzungsvermögen vertrauen – wenn nicht, dann bei den entsprechenden offiziellen Stellen nachfragen.

Als ich einzelne HAI Teilnehmer fragte, wie ihr Bekannter denn darauf käme, dass HAI eine Sekte sein könnte, wurde mir berichtet, dass man es suspekt fände, wenn man über vereinzelte Übungen hinterher nicht reden dürfe. Das ist durchaus nachvollziehbar. Das gilt aber nur für die höheren Level. Bei diesen erfährt man im Vorgängerworkshop mehr Details, so man diese vorher erfahren möchte.

Daher hier einmal ganz klar: Nach einem Level 1 darf man über die dortigen Übungen sprechen, aber oft fällt dies Teilnehmern aber nicht so leicht. Wenn man genau wissen will, was auf einem Level 1 stattfindet, dann ruft das Büro an – wir erzählen es euch einfach.

Dass man über vereinzelte Übungen des Workshops hinterher nicht so einfach sprechen kann, hängt nicht damit zusammen WAS in diesen Übungen geschieht, sondern mit dem WIE. Dies kann dann, wenn es unglücklich formuliert wird, etwas nach Sekte riechen. Aber wie schon gesagt, wer es wirklich vorher schon ganz genau wissen möchte, der ruft einfach kurz im Büro an. Dort wird einem genau erklärt, was in den Übungen genau passiert, ohne den Überraschungseffekt und damit die Wirkung der Übungen ganz zu zerstören. Die Übungen als solche sind sehr einfach und überhaupt nicht geheimnisvoll, es geht mehr um den Kontext, in dem sie stehen. Ein bisschen wie Weihnachten und schon vorher die Geschenke wissen – das macht nicht allen Spass.

An dieser Stelle möchte ich einfach mal die Gelegenheit ergreifen und mich symbolisch hinter all diejenigen stellen, welche Sekten das Leben schwer machen und Betroffene und Angehörige beraten und unterstützen. Und dabei ganz besonders eine meiner persönlichen Heldinnen hervorheben, welche von Hamburg aus diesen Kampf angeführt hat: Frau Ursula Caberta, welche mehr als 20 Jahre in Hamburg und sogar weltweit mit sehr viel Mut und Erfolg gegen Scientology mobil gemacht hat. Sie hat Januar 2013 nur wegen mangelnder Unterstützung von Seiten ihrer eigenen Behörde ihren Dienst quittiert. Und das ist besonders beschämend. Scientology wird sich darüber bestimmt sehr gefreut haben und sich bei der Hamburger Innenbehörde herzlich bedankt haben.